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Rechtfertigung vs. Verständnis schaffen - Druckversion

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+--- Thema: Rechtfertigung vs. Verständnis schaffen (/showthread.php?tid=19191)

Seiten: 1 2


Rechtfertigung vs. Verständnis schaffen - xMANIACx - 22.01.2026

Ich lese und höre häufig: 
„Rechtfertige dich nicht.“
Denn das scheint mit Unsicherheit assoziiert zu sein.
Und daraus wird dann ein generelles Gebot konstruiert, sich eben niemals zu erklären, niemals zu erzählen, warum man das und dies denkt oder tut, und bloß nicht transparent über Beweggründe zu sprechen.
„Seit ich mich kurz fasse, nehmen mich die Menschen ernster!“

Ich frage mich, wird da nicht aus fünfzehn verschiedenen Themen ein einziger Oberbegriff gemacht, der diesen Themen gar nicht gerecht wird?

Natürlich muss ich schauen, in welcher Situation ich von meinen Beweggründen berichte. (z.B. im Supermarkt…)
Aber grundsätzlich finde ich es wichtig zu hören, was Menschen im Innern bewegt.
Und das höre ich eben nur, wenn ich bereit bin, die dazugehörige Erklärung zu hören.

Mein Punkt ist: 
Motive und Beweggründe zu schildern, muss nicht immer rechtfertigen sein.
Das bestimmt nämlich unter anderem der Kontext.
Und ich finde auch, dass Kommunikation nicht immer kurz sein muss, weil Kommunikation ja auch mehr sein kann als Machtspielchen.

Menschen, die das Erklären von inneren Beweggründen generell mit Rechtfertigung verwechseln, hören scheinbar nur auf einem Ohr, was mir wie „Schwarz-weiß-Hören“ vorkommt.

Außerdem hat es für mich etwas mit Reife zu tun, das erstens unterscheiden zu können und zweitens „Rechtfertigungen“ von anderen nicht auf dem „Macht-Ohr“ zu hören und der Person dann Unsicherheit zu attestieren.

Wie seht ihr das?
Meinen Standpunkt kennt ihr jetzt. big


RE: Rechtfertigung vs. Verständnis schaffen - Liri - 22.01.2026

Ja, ich finde diesen Spruch übergriffig. eigentlich ist es schon einmal eine Unterstellung, dir unter zu schieben, dass es sich um eine Rechtfertigung handelt. Das würde ja bedeuten, dass du etwas getan hättest wofür du dich rechtfertigen musst. Da geht mir schon immer der Kragen hoch. Es heißt noch lange nicht, dass ich mich rechtfertige, wenn ich meine Gründe für andere nachvollziehbar mache.

Ich finde es echt schade, dass man, besonders im Berufsleben, immer erst so sehr die Ellbogen rausfahren muss, um ernst genommen zu werden und nicht unter die Räder zu kommen... Das ist wirklich eine Strategie sein muss, derart hart und gleichgültig aufzutreten, dass man am besten die anderen gar nicht mitnimmt in seinem Entscheidungsprozess.

Ich war immer so eine ganz verbindliche harmoniesüchtige Person, ich habe es jetzt erst die letzten Jahre gelernt, dass man damit nicht zu weit kommt oft. Ich bedauere es, aber so ist es halt.

Der Spruch an sich ist Manipulation. Er macht dich klein.


RE: Rechtfertigung vs. Verständnis schaffen - Lucinda - 22.01.2026

(22.01.2026, 20:41)xMANIACx schrieb: Ich lese und höre häufig: 
„Rechtfertige dich nicht.“
Denn das scheint mit Unsicherheit assoziiert zu sein.
Und daraus wird dann ein generelles Gebot konstruiert, sich eben niemals zu erklären, niemals zu erzählen, warum man das und dies denkt oder tut, und bloß nicht transparent über Beweggründe zu sprechen.
„Seit ich mich kurz fasse, nehmen mich die Menschen ernster!“

Ich selber würde gerne mehr Beweggründe anderer erfahren als darüber spekulieren zu müssen und erkläre mich wohl manchmal selber teilweise zu ausführlich.

Ich habe den Eindruck, dass so etwas als Schwäche ankommt in einer Gesellshaft, in der es um Wettbewerb geht und besser da zu stehen als andere und ein einwandfreies Bild von sich selbst zu hinterlassen.

Dazu passt dann nicht, sich zu erklären und Hintergründe zu liefern, auch wenn es eben nicht darum geht, sich zu rechtfertigen, sondern einfach nur darum, Zusammenhänge herauszufiltern, um generell Verständnis zu gewinnen.


RE: Rechtfertigung vs. Verständnis schaffen - Likeplacid - 23.01.2026

Das erinnert mich an den Spruch meines Vaters (der nicht mehr lebt) 

Wer sich entschuldigt klagt sich an. 

Jetzt verstehe ich endlich was er damit gemeint hat.  


RE: Rechtfertigung vs. Verständnis schaffen - Liri - 23.01.2026

Es zeugt ja schon von Schwäche, wenn man nicht in der Lage ist, für seine eigenen Fehler einzustehen. Aber eigentlich geht's ja nicht um Fehler, sondern nur darum, das Erklärungen mit Rechtfertigungen verwechselt werden und durch den Spruch, du musst dich nicht rechtfertigen, beides gleichgesetzt wird.

Ja so ein ätzendes Menschenbild, wo Zugänglichkeit als Schwäche ausgelegt wird, ist leider momentan wieder sehr im Kommen. Vermutlich, weil die Ressourcen immer knapper werden und die Leute es sich nicht mehr leisten wollen, kooperativ zu sein. Oder was meint ihr?


RE: Rechtfertigung vs. Verständnis schaffen - Lucinda - 23.01.2026

(23.01.2026, 01:36)Likeplacid schrieb: Das erinnert mich an den Spruch meines Vaters (der nicht mehr lebt) 

Wer sich entschuldigt klagt sich an. 

Jetzt verstehe ich endlich was er damit gemeint hat.  

War Dein Vater im juristischen Bereich tätig, Rechtsanwalt oder Ähnliches?

Eine Entschuldigung wäre ja ein Schuldeingeständnis.

Mein Lärmnachbar würde sich auch niemals entschuldigen, im Gegenteil.


RE: Rechtfertigung vs. Verständnis schaffen - xMANIACx - 23.01.2026

(23.01.2026, 02:14)Liri schrieb: Es zeugt ja schon von Schwäche, wenn man nicht in der Lage ist, für seine eigenen Fehler einzustehen. Aber eigentlich geht's ja nicht um Fehler, sondern nur darum, das Erklärungen mit Rechtfertigungen verwechselt werden und durch den Spruch, du musst dich nicht rechtfertigen, beides gleichgesetzt wird.

Ja so ein ätzendes Menschenbild, wo Zugänglichkeit als Schwäche ausgelegt wird, ist leider momentan wieder sehr im Kommen. Vermutlich, weil die Ressourcen immer knapper werden und die Leute es sich nicht mehr leisten wollen, kooperativ zu sein. Oder was meint ihr?

Absolut. Ich denke auch, dass das eher ein Zeitgeistproblem ist und wollte einfach mal schauen, ob nur ich das weird finde, dass da scheinbar keine wirkliche Differenzierung stattfindet, oder ob es anderen auch so geht.

Ich finde auch spannend, dass ich das schon in Kontexten und Situationen erlebt habe, in denen es wirklich nicht um Schuld ging, sondern eben lediglich um Hintergrundinfos.

Deshalb empfinde ich das auch immer so, als ob dadurch echt Kommunikation verhindert wird.
Kennt ihr das Konzept der Kommunikationssperren (Gegenteil zu Kommunikationsförderer)?
Da gehört alles dazu, was Kommunikation abwürgt und Widerstände in Menschen erzeugt.
Vertrauensvolle Kommunikation wird damit nicht mehr möglich.

Vielleicht ist es aber u.a. auch dieser Reiz- und Informationsüberfluss, der Leute überfordert und dazu führt, dass sie wirklich nicht mehr daran interessiert sind, Hintergrundinfos zu erfahren.
So nach dem Motto: „Ja, ist doch super…Mach halt einfach! (Und quatsch mich nicht voll!!!!!)“

(22.01.2026, 23:01)Lucinda schrieb: (…)

Ich habe den Eindruck, dass so etwas als Schwäche ankommt in einer Gesellshaft, in der es um Wettbewerb geht und besser da zu stehen als andere und ein einwandfreies Bild von sich selbst zu hinterlassen.

Dazu passt dann nicht, sich zu erklären und Hintergründe zu liefern, auch wenn es eben nicht darum geht, sich zu rechtfertigen, sondern einfach nur darum, Zusammenhänge herauszufiltern, um generell Verständnis zu gewinnen.


Absolut. Keine Echtheit, aus Angst sich verletzlich zu machen.

(22.01.2026, 22:02)Liri schrieb: Ja, ich finde diesen Spruch übergriffig. eigentlich ist es schon einmal eine Unterstellung, dir unter zu schieben, dass es sich um eine Rechtfertigung handelt. Das würde ja bedeuten, dass du etwas getan hättest wofür du dich rechtfertigen musst. Da geht mir schon immer der Kragen hoch. Es heißt noch lange nicht, dass ich mich rechtfertige, wenn ich meine Gründe für andere nachvollziehbar mache.

Ich finde es echt schade, dass man, besonders im Berufsleben, immer erst so sehr die Ellbogen rausfahren muss, um ernst genommen zu werden und nicht unter die Räder zu kommen... Das ist wirklich eine Strategie sein muss, derart hart und gleichgültig aufzutreten, dass man am besten die anderen gar nicht mitnimmt in seinem Entscheidungsprozess.

Ich war immer so eine ganz verbindliche harmoniesüchtige Person, ich habe es jetzt erst die letzten Jahre gelernt, dass man damit nicht zu weit kommt oft. Ich bedauere es, aber so ist es halt.

Der Spruch an sich ist Manipulation. Er macht dich klein.

Das geht mir auch so und ehrlich gesagt habe ich da keine Lust mehr drauf, auf diese Härte. Wohin soll das führen? Meiner Meinung nach werden dadurch nur Mechanismen gefördert, die eh schon schief laufen…

Und dass du sagst: „Der Spruch an sich ist Manipulation. Er macht dich klein.“, das trifft den Nagel auf den Kopf.


RE: Rechtfertigung vs. Verständnis schaffen - mapanaginipan - 24.05.2026

Ich habe das Forum nach einem Einstiegspunkt durchsucht, bei dem ich einbringen kann, was mich gerade beschäftigt. Ich denke, dieses Thema passt ganz gut.

Allein diese ersten zwei Sätze könnte man schon als Rechtfertigung lesen – ich rechtfertige hier quasi meinen Beitrag. Oder aber man sieht es einfach als Einleitung für meinen ersten Post in einem Thread, der nicht von mir stammt. Beides ist persönliche Auslegungssache, und an sich sehe ich darin noch kein Problem.
Zum Problem wird es für mich erst dann, wenn es um den echten Austausch geht. Egal, welche Intention hinter der Aufforderung „Rechtfertige dich nicht“ steckt: Sie wirkt immer beschränkend. Zudem setzt sie voraus, dass man überhaupt messerscharf unterscheiden kann, was eine Rechtfertigung ist und was eine bloße Erklärung. Ich glaube, hier kommt das Übergriffige ins Spiel, das auch in Liris Beitrag durchklingt, und die anderen Posts scheinen in eine ähnliche Richtung zu gehen.

Der Austausch als „Re-entry“
Im Endeffekt ist ein Austausch für mich wie ein „Re-entry“ – also das Wiedereintauchen in die persönliche Welt der beteiligten Parteien. Das funktioniert am besten, wenn alle die notwendigen Informationen und auch die Bereitschaft (oder die Ressourcen) haben, diese Infos zu verarbeiten. Ich denke, das ist im Wesentlichen das, was xMANICx im Startbeitrag beschreibt: Es braucht Hintergrund und Kontext, um sich ein Bild zu machen und nicht nur oberflächlich zu bleiben.
Ich sehe in xMANICx' Beitrag im Kern ein „Wiedereinstiegs-Problem“, das mir auch in meinem Alltag ständig begegnet:
  • Mein Manager will oberflächliche Reports meiner Arbeit.
  • Meine Arbeit erfordert aber Tiefe und Verständnis, die sich durch dieses starre Reporting gar nicht transportieren lassen.
  • Kommt es dann zu einem Problem, fragt der Manager: „Warum stand das nicht im Report?“
Um meine Arbeit den Anforderungen entsprechend zu erledigen, muss ich also zweigleisig fahren: 1. Die geforderten Reports nach Vorschrift liefern, und 2. im Hintergrund festhalten, was dabei verloren ging, aber für die eigentliche Sache entscheidend ist.

Vom Report zum Traum (und zur KI)
Ich beschäftige mich schon länger mit diesem Phänomen des „Re-entry“. Wenn man es aus dieser Perspektive betrachtet, sind unsere Träume ein gutes Beispiel. Angenommen, das Geschehen im Traum ist kein reines, bedeutungsloses Rauschen, dann versuchen wir nach dem Aufwachen, einen Zugang dazu zu finden – eben ein „Re-entry“. Die Frage ist auch hier: Was bleibt von der Erfahrung erhalten und was geht bei der Übersetzung in die Wachwelt verloren?
Wenn man all das unter das Dogma „Rechtfertige dich nicht“ stellt, wirkt das wie ein Schlusspunkt unter eine Erkundungsreise, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat. Man verwehrt sich den Zugang zur Tiefe.
Ich erkunde dieses Gebiet der Wahrnehmung und Übersetzung gerade intensiv mit GPT, Gemini und Co. Deshalb meine Frage an die Runde: Sprecht ihr mit Chatbots über solche Themen? Also darüber, wie wir unsere Umgebung erfahren, bewerten und wie wir darin zurechtkommen? Oder nutzt ihr KI rein pragmatisch?


Disclamer:
Ich habe diese Beitrag zuerst selbst geschrieben und dan Gimini flash zur überabeitung gegeben. Diese überabeitet Version ist die die ich gepostet habe. Das orginal ist hier 



RE: Rechtfertigung vs. Verständnis schaffen - Liri - 24.05.2026

Ich nutze persönlich Chatbors so wenig wie möglich, höchstens zum Korrektur lesen von Artikeln oder anderen wichtigen Texten oder wenn ich mit einer persönlichen Recherche mit Suchmaschine absolut nicht weiterkomme, und unterhalte mich lieber mit echten Menschen, in meinem Umfeld, im Forum, im Klartraum-Chat.

Ich kann mich auch mit mir selbst in Dialog gehen, z.b wenn ich eine Traumanalyse mache. Mit denen nicht so offensichtlichen Teilen von mir, mit meinen eigenen Traumfiguren.

Im Dialog mit dem realen Umfeld kann ich weiter denken und mich weiterentwickeln.


RE: Rechtfertigung vs. Verständnis schaffen - Nuevo - 24.05.2026

(22.01.2026, 20:41)xMANIACx schrieb: ...
Wie seht ihr das?
...

Nicht jede Erklärung ist automatisch eine Rechtfertigung, und nicht jeder Hinweis in Richtung „Du musst dich nicht rechtfertigen“ ist automatisch abwertend gemeint. Deshalb halte ich es für wichtig, nicht zu schnell in die eine oder andere Richtung zu urteilen.


RE: Rechtfertigung vs. Verständnis schaffen - xMANIACx - 24.05.2026

(24.05.2026, 11:14)mapanaginipan schrieb: Sprecht ihr mit Chatbots über solche Themen? Also darüber, wie wir unsere Umgebung erfahren, bewerten und wie wir darin zurechtkommen? Oder nutzt ihr KI rein pragmatisch?

Über solche Themen so gut wie gar nicht mehr, seit ich mir der Arbeitsweise von KI bewusst geworden bin und mich darüber hinaus die unnötig in die Länge gezogenen generischen Antworten eher langweilen, weil sie quasi vorauszuahnen sind.
Ich nutze sie eher dazu, kurz mal Prozesse zu evaluieren, aber auch da sehe ich häufig fehlende Tiefe.

(24.05.2026, 12:37)Nuevo schrieb:
(22.01.2026, 20:41)xMANIACx schrieb: ...
Wie seht ihr das?
...

Nicht jede Erklärung ist automatisch eine Rechtfertigung, und nicht jeder Hinweis in Richtung „Du musst dich nicht rechtfertigen“ ist automatisch abwertend gemeint. Deshalb halte ich es für wichtig, nicht zu schnell in die eine oder andere Richtung zu urteilen.

Ja, auf jeden Fall. Deshalb macht es auch einen Unterschied, ob die Person, die das sagt, mit Körpersprache, Gestik, Mimik, Sprechtempo, Stimmhöhe und Co. Verständnis oder Ungeduld signalisiert. Interessant ist es, wenn man Personen, die ungeduldig erscheinen, wenn sie so etwas sagen, im Nachhinein mal damit konfrontiert und nachfragt, ob man denn selbst unsicher wirkt oder was auch immer und die Personen sich dann ja selbst erklären und merken, hey, ich rechtfertige* mich jetzt ja auch und dann so eine interessante Irritation bei der Person entsteht. big

*selbst schon so gehört. Für mich ja gar nicht schlimm, aber für die Person ein weirdes „Zeichen von Schwäche“…


RE: Rechtfertigung vs. Verständnis schaffen - Liri - 24.05.2026

Im Nachgang noch ein "Problem" aus meiner Arbeitswelt: Ich habe eine Kollegin, mit der ich eng zusammenarbeite, die immer komplette Prozesse kommuniziert, nicht die Ergebnisse. Also, frage ich, hast du morgen irgendwann mal Zeit, das wir das besprechen? Dann erklärt sie mir ihren kompletten Terminkalender und auch, was in den Terminen so abläuft. Sagt mir aber trotzdem nicht, wann sie Zeit hat! Mir bleibt nichts anderes übrig, als das auszubremsen. Ich würde mir einfach nur wünschen, dass sie sagt, ja, zwischen 15 und 16 Uhr hab ich Zeit, dann machen wir das. Wenn Fehler passieren, und die passieren immer, wir sind unter Druck und da geht auch mal was daneben. sagt sie auch nicht nur, ja, das ist passiert, sondern sie sucht nach Gründen. Wir sind teils enorm unter Zeitdruck und haben immer wieder viel zu viel Besprechungszeit in Relation zur Aufgabe. Zeit, die uns für andere Aufgaben fehlt.

Ich versuche aber trotzdem zu vermeiden, zu sagen, "du musst dich nicht rechtfertigen". Ich glaube, der Weg geht über Vertrauen, also zu signalisieren, egal wie du zu irgendeinem Ergebnis gekommen bist, es ist okay.

Ich komme selbst gern vom 100sten zum 1000sten, das ist also auch ein ständiger Lernprozess.

Im Privaten würde es mir allerdings schon sehr verletzend vorkommen. Wenn ich manchmal komplizierte Ideen und Gedankengänge habe und jemand sagt mir dann, das ist ja auch egal und unwichtig, dann ist da ein Ungleichgewicht drin. Signal an mich: Ich rede Stuss? Was ich sage, interessiert mein Gegenüber nicht?

In der Arbeitswelt ist alles durchgetaktet. Im Privaten möchte ich nicht so handeln.


RE: Rechtfertigung vs. Verständnis schaffen - mapanaginipan - 25.05.2026

(24.05.2026, 12:35)Liri schrieb: Ich nutze persönlich Chatbors so wenig wie möglich, höchstens zum Korrektur lesen von Artikeln oder anderen wichtigen Texten oder wenn ich mit einer persönlichen Recherche mit Suchmaschine absolut nicht weiterkomme, und unterhalte mich lieber mit echten Menschen, in meinem Umfeld, im Forum, im Klartraum-Chat.

Ich kann mich auch mit mir selbst in Dialog gehen, z.b wenn ich eine Traumanalyse mache. Mit denen nicht so offensichtlichen Teilen von mir, mit meinen eigenen Traumfiguren.

Im Dialog mit dem realen Umfeld kann ich weiter denken und mich weiterentwickeln.

Ich finde Chatbots sind ein ein Spiegel mit eingebauter Vergößerungsfunktion. Menschen die wie ich ziemlich stark auf selbstreflektion ausgerichtet sind profitieren davon mehr als solche die sich eher an ihrem Umfeld orientieren.

Aber ich denke auch das kann man einstellen Antwort auf Gliders "KI weiß was ich hören will"


RE: Rechtfertigung vs. Verständnis schaffen - Liri - 25.05.2026

Ich hatte hier eine große Antwort stehen, aber mir ist gerade klar geworden, dass ich nicht verstanden habe, was du sagen wolltest?
Zitat:Menschen die wie ich ziemlich stark auf selbstreflektion ausgerichtet sind profitieren davon mehr als solche die sich eher an ihrem Umfeld orientieren.
 Glaubst du, dass ich mich eher an meinem Umfeld orientiere und nicht so selbstreflektiert bin? Besser gesagt, hast du die Theorie dass das so ist? Oder wie war das gemeint?


RE: Rechtfertigung vs. Verständnis schaffen - xMANIACx - 25.05.2026

Zum Thema Selbstreflexion: Das setzt auch den kritischen Umgang mit sich voraus und nicht einfach nur ein in die „Tiefe der eigenen Grandiosität „forschen.

Wenn ich mit ChatGPT über spirituelle Themen z.B. und den eigenen „Entwicklungsstand“ gefachsimpelt habe - Ausrichtung Selbsterkenntnis- war ich ganz schnell in ner Richtung unterwegs, die eine absolute psychische Stabilität voraussetzt.

Gut, jetzt könnte man sagen: „ChatGPT wirkt da als Beschleuniger spiritueller Erkenntnis.“ Andersrum könnte man aber auch sagen: „ChatGPT funktioniert als Prädiktor von Wahrscheinkeiten für einen passenden Satzbau usw.“ (Also die Wirk- und Arbeitsweise dahinter betrachten…das entzaubert viel von dem vermeintlichen Zauber…)

Was ich damit sagen will: Ja, tolles Tool, aber nicht neutral. Eben Eingabegesteuert und vom Algorithmus her so programmiert, dass Gespräche schön lang dauern und da liegen bei bestimmten Themen (psychologische/biografische/spirituelle z.B.) auch große Gefahren, wenn man das selbst nicht einordnen kann.

Dass wir das hier vermutlich können, will ich damit nicht in Frage stellen, aber ich erinnere mich an Chats mit ChatGPT, in denen schon großes Psychosepotenzial gesteckt hat.