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Ein "nicht klar"-Traum» zur Motivation der hier Mitlesenden

Ein "nicht klar"-Traum
#1
01.04.2026, 17:06
[+] 8 User sagen Danke! jqu für diesen Beitrag
Das Klartraumforum hat viele Besucher - manche schauen wohl nur
aus Neugier mal rein, andere sicherlich öfter. Beiträge verfasst
von dieser Gruppe aber nahezu keiner. Der (ein) Grund mag viel-
leicht sein, dass diese Personen ihre eigenen Traumerlebnisse
für nicht bedeutsam genug halten. Um vielleicht die eine oder
den anderen etwas zu motivieren, erzähle ich hier einen Traum.
Den Traum selbst ordne ich als präluzide ein, weil die Erinnerung
ungleich deutlicher ist als bei "Trübträumen", zudem eine lange
Spanne des Traumes (vielleicht auch den ganze) erinnert wird und
weil die jeweils fokussierten Bereiche optisch sehr datailliert
und real erscheinen.

Ich stehe auf einem SUP im küstennahen Bereich des Meeres. Hinter
mir steht mein Bruder und zwischen uns eine als Mast dienende
Stange, an der ein Segel befestigt ist. Bruder und Segel sehe ich
nicht, weiß aber, dass sie da sind. Wir segeln die links neben
uns liegende Küste entlang.
Rechts vor uns befindet sich ein riesiges SUP, auf welchem an den
Längsseiten Männer in zwei Reihen stehen. Über ihnen befindet
sich ein zweites SUP gleicher Größe, welches über Pfosten mit dem
unteren SUP verbunden ist. An jedem Pfosten befindet sich ein
rechteckiges Segel und zwischen Segel und dem nächsten Pfosten
steht jeweils eine Person, die für die Ausrichtung des jeweiligen
Segels verantwortlich ist. Eine Person schaut zu uns herüber und
ich frage/rufe, ob das Teil gut segelt. Die Antwort ist zustimmend
(an den genauen Wortlaut erinnere ich mich nicht mehr). Ich frage
dann, ob das Teil schnell segelt. Die Antwort ist, dass es nicht
sonderlich schnell ist, und da haben wir es auch schon überholt.
Vor uns ragt ein Hügel ins Wasser. Auf der ins Meer abfallenden
Spitze steht eine etwa 10 m hohe klassische Kriegerstatue. Der
Krieger hält mit ausgestrecktem Arm eine Lanze, deren eines Ende
auf dem Boden steht und dessen Spitze seinen Kopf überragt. Als
wir die Spitze des Landvorsprungs erreichen, sehe ich, dass die
Staue nur ein Mann ist, groß und muskulös, aber nicht riesig.
Sein Körper ist mit weißer und hellgrauer Farbe bestrichen, die
eher wie Gips wirkt und ihm das Aussehen einer Statue verleihen
soll. An vielen Stellen ist die Farbe/der Gips schon abgebröckelt.
Unsere Fahrt geht zurück (die Küste liegt jetzt rechts). Wir
erreichen eine Stelle, etwa 4 mal 6 Meter groß, wo das Wasser
nahezu ruhig und völlig klar ist, so dass ich den etwa 3 Meter
tief liegenden Grund deutlich sehen kann. Mein Bruder sagt, er
gehe jetzt hier tauchen. Ich entdeckte in dem Wasser unzählige
Teilchen - viele weiße, einige bräunlich und ein paar rot. Ich
denke an Verschmutzung durch Plastikteilchen, erkenne dann aber,
dass es Schalenstückchen von Krebsen und Schnecken sind. Ich weiß,
dass kleine und Kleinstlebewesen all dies Stücke zerlegen werden
und schwimme weiter (dass das SUP nicht mehr da ist, kommt mir
nicht ins Bewusstsein). Nach ein paar Schwimmzügen spüre ich etwas
unter meinen Füssen. Ich bekomme Angst, dass ich mich irgendwie in
irgendwas verfangen könnte und trete das "etwas" mit dem rechten
Fuß weg (dabei habe ich eine deutliche haptische Empfindung an
meiner rechten Hacke). Ich stecke den Kopf unter Wasser, das hier
eher trüb ist, um zu sehen, was das ist/war. Ich sehe einen
Taucher, der völlig in eine eng anliegende dunkelgraue Decke
gehüllt ist, so dass nur seine Kontur zu erkennen ist.
Ich schwimme weiter und überlege, ob das Wasser schon flach genug
ist, um zu laufen. Ich strecke meine Füße nach unten und spüre
den Boden, also richte ich mich auf und gehe Richtung Ufer.
Ich wache auf.

Leere ist die Leinwand der Phantasie.
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RE: Ein "nicht klar"-Traum
#2
01.04.2026, 19:24
[+] 6 User sagen Danke! Liri für diesen Beitrag
Einen guten Abend dir, ein sehr atmosphärischer Traum. Überhaupt mag ich auch gerne, wenn meine eigenen Träume in einer Wasserwelt spielen. Das Wasser/das Meer wird häufig als Symbol für die Seele, den Ursprung gedacht, und hat so etwas Andersweltliches, wie ich empfinde.

Ich hör ein bisschen raus, dass es für Leute, die im Moment grade oder noch nicht Erfolg mit Klarträumen haben, es einschüchternd wirken kann, wenn alle übrigen Traumformen hier nur wenig Erwähnung finden. Habe ich das richtig so verstanden?

Wie die meisten wissen, mag ich den Ausdruck "Trübtraum" so rein gar nicht, und benutze schon länger den Begriff "unbewusster Traum". Trüb klingt für mich so abwertend, und ich habe große Zuneigung zu meiner unbewussten Traumwelt. All die ungebremsten Gefühle, die mäandernden Handlungen, die ständigen Verwandlungen und eindrucksvollen, wilden Bilder... die oft überhaupt nicht trüb, sondern, wie du in deinem Beitrag geschrieben hast, sehr klar, lebendig und farbig daherkommen.

Gestern habe ich mit Hans mich darüber ausgetauscht, dass der Klartraum-Effekt nicht nur in den Klarträumen selbst besteht, sondern ein Mindset ist, das sich auch auf unbewusste Träume auswirkt. In kreativen Lösungen für die unweigerlich auftretenden Problem, in einer verminderten Passivität, mehr Gelassenheit, einer konstruktiveren Haltung gegenüber den Traumfiguren u.ä., in dem Gefühl, nicht hilflos ausgeliefert zu sein.

Vielleicht kann man es sogar irgendwie im Wachleben anwenden. Das hier ist mein Traum! Das hier ist mein Leben!

Dass ich vorwiegend meine KT im Forum notiere, liegt daran, dass ich nur beschränkt Zeit habe. Die übrigen landen im Traumtagebuch, soweit irgendwie machbar. Ich möchte aber auch immer meine Methoden transparent machen, in der Hoffnung, dass es irgendwie weiterhilft oder inspiriert - und auch realistischer macht. Von Monaten oder auch Quartalen ohne KT bis zu mehrfach wöchentlich (und wieder zurück), es ist ein sehr unberechenbarer Prozess. Im Endeffekt hat mich hier die tolle Gemeinschaft angeschoben und wieder zurück ins Klarträumen gebracht.

Aber du hast recht, es braucht auch die unbewussten Träume, und du hast mich jetzt dazu inspiriert, dass ich auch mal wieder, wenn ich Zeit habe, einige von ihnen hier teile. Die detaillierte Traumerinnerung, wie du sie hast, ist im Übrigen auch keine alltägliche Fähigkeit, wie du ja hoffentlich weißt.
~ Nachad hobi no driabadramd ~


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RE: Ein "nicht klar"-Traum
#3
01.04.2026, 20:26
[+] 5 User sagen Danke! Hans Alfson für diesen Beitrag
(01.04.2026, 17:06)jqu schrieb: Das Klartraumforum hat viele Besucher - manche schauen wohl nur
aus Neugier mal rein, andere sicherlich öfter. Beiträge verfasst
von dieser Gruppe aber nahezu keiner. Der (ein) Grund mag viel-
leicht sein, dass diese Personen ihre eigenen Traumerlebnisse
für nicht bedeutsam genug halten. .....
Hallo jqu,

darüber habe ich noch nie nachgedacht, aber du hast da eine interessante Frage aufgeworfen. Es ist sicher eine gute Idee, den trüben oder unbewussten Träumen, wie Liri sie nennt, mehr Beachtung zu schenken, und regelmäßig auch davon zu berichten. Das Traumgeschehen ist auch ohne Traumerkenntnis beachtenswert und hin und wieder einen Post wert. In jedem Fall fördert es die Traumerinnerungsfähigkeit, sich damit zu beschäftigen.
Wie dein detaillierter Traumbericht zeigt, übrigens vielen Dank fürs Teilen, ist deine Traumerinnerungsfähigkeit schon recht gut. Gratuliere! Was nützt der schönste Klartraum, wenn hinterher die Erinnerung daran abhandenkommt? biggrin
Vielleicht magst du ein persönliches Logbuch im Forum anlegen, und von deinen Erlebnissen im Traumland regelmäßig berichten.

LG
Hans

PS: Noch ein Hinweis zur Formatierung: Wenn du die Zeilenumbrüche dem Editor überlässt, und die Absatzendzeichen nur als Absatzende verwendest, können die Browser die Zeilenlängen deiner Texte dynamisch an die jeweilige aktuelle Fenstergröße anpassen.
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RE: Ein "nicht klar"-Traum
#4
01.04.2026, 20:32 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 01.04.2026, 20:36 von xMANIACx.)
[+] 6 User sagen Danke! xMANIACx für diesen Beitrag
Danke jqu! big

Motivation ist super! Im übrigen handhabe ich das wie Liri und der Grund, wieso ich unbewusste Träume (UT - gibt’s die Abkürzung schon)(thx Liri für den Begriff) ….also wieso ich UT kaum teile, ist dass sie mir häufig zu persönlich sind.

Passend zu deinem Traum, den ich auch sehr atmosphärisch fand und in den ich gut eintauchen konnte (SUPe selbst gern, aber nicht oft), hab ich auch noch einen UT von gestern, der auf der anderen Seite der Wasseroberfläche spielen könnte und der das Feeling so spiegelweltmäßig (fällt mir kein besseres Wort ein) etwas verdreht:

Ich bin mit meiner Freundin und einer Bekannten in einer verlassenen Gartensiedlung. 
Ich pirsche mich aber eher alleine durch die meisten Gärten.
Hinter einer der Gartenlauben befindet sich ein alter abgesenkter Pool. Das Wasser darin ist knietief und weil ich  drin stehe, kann ich auch sagen, es ist sonnengewärmt, was besser klingt als pis…bigwink
Um mich herum schwimmt etwas, dass ich für Hautschuppen halte. Die ganze Oberfläche des Pools ist voll davon. Vor der Laube sitzen in etwas Abstand zueinander vier Katzen. Auch sie sind voll damit. 
Ich verschwinde aus dem Pool und freue mich, dass nichts von dem Zeug an mir haften bleibt.
Eine der Katzen, die, die am wenigsten heftig aussieht, folgt mir nach vorne. Noch bevor ich unsere Bekannte warnen kann, stürzt sie sich auf die Katze und knuddelt sie… Super!

Obwohl ich meine Trübträume nun unbewusste Träume nenne, nenne ich den wohl doch Trübtraum. Bei der Wasseroberfläche naheliegend… bigwink

Anyway! Danke für deinen Beitrag nochmal! big
"So funktioniert das auch mit einer regelmäßigen Traumwelt.
Schenkt den Orten mehr Beachtung und achtet auf die Gefühle, die sie auslösen, dann kommen sie immer wieder und ihr fühlt euch jede Nacht wie "zu Hause".
", Metropolis über das (Klar-)Traumgefühl
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RE: Ein "nicht klar"-Traum
#5
02.04.2026, 13:09 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 09.04.2026, 20:30 von jqu.)
[+] 5 User sagen Danke! jqu für diesen Beitrag
Hallo Liri,
zu Deiner Anmerkung
"Das Wasser/das Meer wird häufig als Symbol für die Seele, den Ursprung gedacht"
Das war mir bisher nicht bekannt und wirft für mich ein neues Licht auf den Traum:
Am Rande des des Unbewußten entlang gleiten, das Eintauchen vermeiden, dem ziehenden Schatten entkommen, festen Boden unter den Füßen anstreben.

Den Ausdruck Trübtraum mag ich auch nicht, verwendete ihn aber, weil er eingebürgert scheint. Fürderhin werde ich auch "unbewusster Traum" verwenden. wink4
Wenn in meinen Träumen eine für unbewusste Träume ungewöhnliche optische "Realität" vorliegt, spreche ich von präluziden Träumen.

Die detaillierte Traumerinnerung stellte sich bei mir als Folge der intensiven Beschäftigung mit Träumen ein, damals (vor gut 30 Jahren) und dieser Tage wieder.


Hallo Hans,
Du schreibst
"Das Traumgeschehen ist auch ohne Traumerkenntnis beachtenswert".
Ich pflichte Dir bei, doch um die Wichtigkeit für sich selbst zu erkennen, ist schon eine deutlichere Erinnerung als bei unbewussten Träumen erforderlich (darum trenne ich zwischen unbewusstem und präluziden Traum).

Mit einem Logbuch werde ich beginnen, sobald sich der nächste einstellenswerte Traum ereignet.

Deine Anmerkung zur Formatierung...
Ich werde es berücksichtigen (hatte auch in anderen Foren schon diese Diskussion und werde sie hier nicht erneut beginnen). wink4


Hallo Maniac,
Deine Anmerkung
"also wieso ich UT kaum teile, ist dass sie mir häufig zu persönlich sind"
trifft es genau. Die persönliche Betroffenheit ergibt sich aber oft erst aus der persönlichen Deutung, bei der die empfundenen Gefühle und die sich einstellenden Assoziationen eine große Rolle spielen. Bei manchen meiner Träume geht es aber auch ohne Deutung derart ins Persönliche, dass ich diese Träume nicht generell publik mache.

Leere ist die Leinwand der Phantasie.
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RE: Ein "nicht klar"-Traum
#6
02.04.2026, 14:43
[+] 1 User sagt Danke! Hans Alfson für diesen Beitrag
(02.04.2026, 13:09)jqu schrieb: ..... Deine Anmerkung zur Formatierung...
Ich werde es berücksichtigen (hatte auch in anderen Foren schon diese Diskussion und werde sie hier nicht erneut beginnen). wink4 .....
Das optische Erscheinungsbild hat mich eigentlich nicht mal so gestört, aber ich bin manchmal ziemlich bequem und lasse mir Texte von einer Sprachausgabe vorlesen, während ich gleichzeitig Tee aufschütte, oder Socken sortiere. biggrin Das hört sich dann ganz schrecklich an, weil bei jedem Absatzende oder Zeilenumbruch eine Pause gemacht und die Betonung abgesenkt wird, auch mitten im Satz.

LG
Hans
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