Zitat:Dazu zitiere ich Alexander Neill: "Meine Freiheit hört dort auf, wo die des nächsten beginnt." Toleranz bedeutet das zu akpeztieren, was man nicht nachvollziehen kann. Wenn ein Hetero einen Schwulen akzeptiert ist das Toleranz. Wenn ein Jude einen Araber akzeptiert, ist das Toleranz. Wenn ein Wissenschaftler einen Esoteriker akzeptiert ist das Toleranz. Ich akzeptiere Wissenschaftler und schlage erneut vor, unterschiedliche Weltbilder nebeneinander zu stellen, denn ich gehe nicht davon aus, das meins das einzig wahre ist.Der Vergleich hinkt. Wenn ich einen Schwulenhasser akzeptiere, ist das Toleranz? Es geht schon darum, welche Weltbilder welche Konsequenzen haben.
Toleranz ist im besten Fall eine Kompromisslösung. Denn wenn ein Hetero einen Schwulen toleriert, drückt das aus, dass er eigentlich ein Problem mit ihm hat, es sich aber nicht anmerken lässt. Da würde ich dann doch lieber das Problem angehen und Missverständnisse ausräumen, fragen, welche inneren Einstellungen die Ursache dafür sind, dass er überhaupt ein Problem mit der Sexualität anderer Menschen hat.
Nichtsdestotrotz toleriere ich Homöopathie notgedrungen, weil ich mir keinen Kampf mit meinen homöopathiegläubigen Familienmitgliedern anfangen möchte. Aber sollte von denen jemand ernsthaft erkranken, und ausschließlich auf homöopathische Medizin zurückgreifen, würde ich mich verpflichtet fühlen, ihm ins Gewissen zu reden. Nicht aus Intoleranz, sondern weil ich nicht möchte, dass sie sich selber Schaden zufügen.
Zitat:Ich kenne sehr viele Menschen, die beim Arzt nicht gesund werden, weil die Medizin vor allem die Psyche aus der Behandlung raus lässt.Da liegt meines Erachtens der Kern des Problems, und dabei stimme ich dir auch voll zu. Wir leben in einer Gesellschaft, die ihr Innenleben weitgehend ignoriert. Und dass Ärzte nicht genügend Zeit für ihre Patienten haben, liegt ja auch nicht an ihnen, sondern daran, dass es zuwenig Ärzte gibt, bzw. zu wenig Wertschätzung, die ihnen entgegengebracht wird. (Natürlich gibt es auch furchtbare Ärzte, aber wir wollen ja nicht verallgemeinern, eh?)
Da wundere ich mich nicht, dass ein zweistündiges Gespräch mit einem Homöopathen da Wunder wirkt. Es tut gut, ernstgenommen zu werden.
Zitat:Setze dich intensiv mit der Homöopathie auseinander, dann urteile. Oder mein Vorschlag, lass die Vorurteile. Auch hier gilt wieder probieren über studieren.Weder Medizin noch Homöopathie interessieren mich besonders. Allerdings gibt es eben zahlreiche Studien, die eine Wirkung von Homöopathie faktisch widerlegen. Oder sagen wir, ein Nachweis, der auch skeptische Wissenschaftler überzeugt, ist nicht gelungen. (Ich weiß, es gibt Studien, die Homöopathie zu belegen scheinen, aber offenbar sind es gerade die, die eine kleinere Auswahl an Probanden hatten, oder methodische Fehler aufwiesen.)
Zitat:Ich habe so reagiert um mein Ego vor unbequemen Verurteilungen meiner Umwelt zu schützen und natürlich aus Angst die Sicherheit des altes Weltbildes zu verlieren.Dir scheint es unglaublich wichtig zu sein, dass Skeptiker sich ach so sehr an ihrem Weltbild festklammern und so viel Angst vor Veränderung haben. Das finde ich ehrlich gesagt gemein. Oder sagen wir, intolerant.

Ne, Scherz. Aber ich fühle mich auch nicht ernst genommen, wenn man mir unterstellt, ich sei irgendwie zu verschlossen, um ein Thema vorurteilslos entgegenzutreten.
...in einer anderen Herde.
