![]() |
|
Die zwei Seiten der Klarheit - Druckversion +- Klartraumforum (https://www.klartraumforum.de/forum) +-- Forum: Community (https://www.klartraumforum.de/forum/forumdisplay.php?fid=5) +--- Forum: Philosophie und Psychologie (https://www.klartraumforum.de/forum/forumdisplay.php?fid=20) +--- Thema: Die zwei Seiten der Klarheit (/showthread.php?tid=19020) Seiten:
1
2
|
RE: Die zwei Seiten der Klarheit - ichbinmehr - 22.02.2026 Lieber Likeplacit,
manchmal steht mir die Art, wie du dich zeigst, im Weg, mit dir zu schreiben. Nicht, weil deine Texte nicht gut wären. Deine Texte haben fast immer ein philosophisches Highlight. Wenn ich dir dann jedoch „normal“ antworte, erlebe ich häufig eine Art Zurückweisung, ein Nicht-Aufgenommenwerden. Und das irritiert mich. Diese Art steht mir manchmal im Weg, wirklich in Kontakt zu kommen. Wenn ich ausführlich und persönlich antworte – aus Erfahrung, aus Emotion, aus Beziehung heraus – entsteht bei mir oft das Gefühl, dass das nicht wirklich aufgegriffen wird. Manchmal sogar deutlich abgelehnt, auch dann, wenn ich versuche, es neutral zu formulieren. Ich erlebe dich dadurch stark auf der geistigen Ebene präsent, aber emotional und beziehungsmäßig eher schwer greifbar. Das ist kein Vorwurf. Es ist meine Wahrnehmung. Ich habe dieses Empfinden in mir eine Zeit lang übergangen, indem ich mich vor allem auf die philosophischen Highlights bezogen habe, bin aber auch jedes Mal mit einem unguten Gefühl aus unseren Austausch gegangen. Und ich merke, dass mir für echten Austausch nicht nur Klarheit und Konzepte wichtig sind, sondern auch Resonanz, und ein Gefühl von „da sein miteinander“. Das wollte ich dir nur mitteilen, ohne dich anzugreifen. Mir ist bewusst, dass niemand einfach so aus seinen eigenen Schuhen heraus kann. Trotzdem fühlt es sich für mich nicht stimmig an, darüber zu schweigen. Ich bin auch hilflos damit. Ich gehe davon aus, dass du deine Gründe hast, so zu reagieren. Zum Beispiel bei deiner Erklärung zum Wort „Danke“. In meinem Kopf entsteht dabei die Vorstellung, dass du Freundlichkeit oder Dankbarkeit möglicherweise schnell mit Vereinnahmung oder mit Verpflichtungen und Unfreiheit verbindest. Nur meine Interpretation. Und ich kenne das zumindest gut, sich nicht in verpflichtende Beziehungen begeben zu wollen, weil ich darin selbst sehr schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht habe. Dafür habe ich also durchaus Einfühlung. Gleichzeitig erlebe ich diese Haltung – so wie sie hier immer wieder auftaucht – als etwas, das Austausch für mich auch erschwert. Sie wirkt auf mich stellenweise schneidend oder abwertend, auch wenn sie vermutlich eher ein Schutzmechanismus ist. Craoo hat sich aus meiner Sicht sehr bemüht, dir diesen Punkt mit der Klarheit zu erklären. Und ich habe mich in seiner Erklärung absolut wiedergefunden – wozu ich selbst zu dem Zeitpunkt keine Energie mehr hatte. Dein anschließender Kommentar zur Dankbarkeit könnte man auch so verstehen, als würdest du Menschen auf der sozialen Ebene grundsätzlich auf Abstand halten oder dieser Ebene wenig Bedeutung beimessen. Und manchmal fühlt es sich für mich so an, als würde darin auch viel Ablehnung mitschwingen, bis hin zu etwas, das sich wie Hass anfühlt. An diesen Punkten merke ich, dass ich hier aussteigen möchte. Ich weiß nicht, ob das deiner inneren Haltung entspricht. Ich beschreibe nur, wie es bei mir ankommt. Mehr wie ein Feedback. Kein Urteil. Vielleicht kannst du nachvollziehen, dass diese wiederkehrende Gestik Austausch für manche Menschen schwierig macht. Ich weiß nicht, was du konkret tun könntest oder ob du überhaupt etwas tun möchtest um das evtl zu ändern. Oder ob dir das überhaupt auffällt, dass das eine Problematik hat. Ich spüre nur, dass es mir manchmal schwerfällt, mich einfach so damit zu arrangieren – auch bei vollem Verständnis dafür, dass dein Verhalten wahrscheinlich seine eigenen Ursachen hat. Aber ich wollte diesen Punkt noch einmal ansprechen, weil ich glaube, dass eine ehrliche Auseinandersetzung – wenn sie respektvoll gemeint ist – für alle Beteiligten immer auch eine Chance darstellen kann. Ich merke bei mir, dass meine Bereitschaft, mich anzustrengen oder zu bemühen, mit der Zeit nachlässt, wenn Austausch für mich einseitig bleibt, oder immer wieder solche Entwertungen beinhaltet. Das Ehrliche Mitteilen als Spiel und Experiment hat sich auch für mich selbst - im Alleingang - als bereichernd erwiesen. Es war ein Versuch, aus alten Strukturen herauszutreten und sich auf einer anderen Ebene zu begegnen. Früher haben wir hier im Fourm auch öfter Dinge miteinander „gespielt“. Ich dachte mir, ein Spiel könnte vielleicht eine neue Ebene eröffnen. Mehr kann ich gerade nicht tun. Ich weiß nur, dass ich innerlich in einem Umbruch bin und stärker darauf achte, wohin ich meine Aufmerksamkeit gebe. Gleichzeitig bin ich kein Mensch, der Verbindungen einfach abbricht. Ein Abbruch fühlt sich für mich oft wie ein inneres Abschneiden an: von Entwicklung, von Lernen, von der Möglichkeit, dass sich etwas verändern oder klären könnte. Ich glaube nicht daran, dass Rückzug oder Schweigen automatisch die reifere Lösung ist. Manchmal ist es stimmiger, etwas auszusprechen, weil das eben auch Räume öffnen kann. Und Räume öffnen ist eher mein Spiel. Liebe Grüße RE: Die zwei Seiten der Klarheit - Likeplacid - 02.03.2026 Manchmal ziehe auch ich den Klick auf "Danke" vor. Ich habe mich jedenfalls für Beitrag #15 bedankt, aus dem Impuls heraus "Wenn ich eine Antwort versuche wird das sicher anstrengend"*** Wenn ich hier in diesem Forum schreibe tue ich das eher für eine breite Öffentlichkeit. Wenn ich auf einzelne Beiträge eingehe, dann geht die Antwort nicht nur an diese eine Person, sondern an viele. Ich weiß ja nicht wie viele hier lesen oder wie viele diesen Thread noch lesen werden. ***und zwar weil ich immer Angst habe jemanden zu verletzen oder zu verärgern oder dumm zu wirken. RE: Die zwei Seiten der Klarheit - Likeplacid - 02.03.2026 Den Beitrag #15 hatte ich übrigens vorige Woche übersehen. Habe ich ihn also erst heute gelesen. Der Beitrag hat mir nicht viel neues gesagt, aber das Gefühl gegeben, dass jemand Mitgefühl hat und mich versteht. RE: Die zwei Seiten der Klarheit - Likeplacid - 02.03.2026 (22.02.2026, 22:56)ichbinmehr schrieb: Na gut dann mache ich das einfach mal. Ich finde, dass dieser Thread sehr offtopic geworden ist. Ich hatte, bevor das mit dem Offtopic losging, versucht die Aufmerksamkeit auf Yin und Yang zu lenken, aber dafür interessierte sich niemand. Zumindest ist aus den Antworten nichts derartiges abzulesen. Die Geschichte mit dem Traum wo die Frau den Träumer (der im Wachleben ein Mann ist, und im Traum wahrscheinlich auch) in die Trübheit zurückgeworfen hat und die Deutung dazu hat mich sehr beeindruckt. Ich habe dann im ganzen Internet nach Yin und Yang gesucht, d.h. ich habe versucht rauszufinden, ob das überhaupt real ist. Real ist (psychologisch gesehen) nur das, was einige Leute oder wichtige Leute oder kluge Leute als real ansehen. Ich habe dabei einiges gefunden, aber niemand schreibt im Internet über Yin und Yang mehr als einige Sätze. Der Wikipedia Artikel ist relativ lang, im Vergleich zu den anderen. Ich möchte auch keinem die Lust oder Arbeit nehmen sich selbst darüber danach zu googeln, indem ich groß und breit meine Erkenntnisse daraus ausbreite, die schon erstaunlich kompliziert sind, sodass ich im Gründe ein Buch draus machen könnte. Ich habe auch in zwei philosophischen Wörterbüchern nachgeschaut. Dabei ergaben sich erstaunliche Diskrepanzen. Jedenfalls kann ich den Artikel über Yin Yang im "Lexikon der östlichen Weisheitslehren" nur empfehlen. Das Buch erschien zuerst im Scherz Verlag (1986). Und dann auch irgendwann mal im Fischer Verlag, sowie bei O.W. Barth und bei Patmos. Die Ausgabe die ich habe erschien erschien im Albatros Verlag. Ich kaufte es im Kaufhof, als es da noch Bücher gab. RE: Die zwei Seiten der Klarheit - UntenistOben - 04.03.2026 Hmm ich bin hier nur eine stille Mitleserin aber irgendwie seid ihr beiden für mich auch wie "die zwei Seiten" @ichbinmehr @likeplacid Hoffe dieser random Einwurf ist ok |