RE: Im Kampf mit dem Unterbewusstsein
22.02.2025, 07:20
(13.07.2006, 19:09)philomonius schrieb: Mein Vater sagt immer "Alles Kopfsache". Es weiss gar nicht wie recht er damit hat. Aber er meint damit etwas anderes: Alles was ich will, das schaffe ich auch. (vorrausgesetzt es ist subjektiv gesehen gerade
möglich!) Dabei ist der bewusste Wille gemeint.
Aber das ist falsch. Nicht alles was ich bewusst will, was möglich ist, (ich will jetzt ins kalte Wasser springen) tue ich dann auch. (irgendwie kann ich mich nicht dazu durchringen)
Ich glaube, dass dein Vater sehr viel pragmatischer eingestellt ist als du. Oder liege ich da falsch?
Bei mir und meinem Vater ist es jedenfalls so. Ich habe das zitiert, weil es einiges in mir wachgerüttelt hat.
Mein Vater (er ist tot) hat immer nur das gewollt was erlaubt war. Er war ein sehr angepasster Mensch. Aber manchmal ist er wütend geworden, wenn ich was falsch gemacht habe oder nicht verstanden habe.
Das Unbewusste wird zum großen davon bestimmt was man als Kind und Jugendlicher erlebt hat. Im Grunde das Unbewusste also bei jedem anders. Das Unbewusste ist die Programmierung meiner Persönlichkeit. Mein Vater hat mich nicht bewusst programmiert. Er hatte ja auch gar kein Wissen von Computern.
Aber alles was er zu mir gesagt hat, und die Art wie er mich angeschrien oder bedroht hat (ohne mir jemals was zu tun) führte dazu, dass in meinem Unbewussten Verhaltensweisen und Einstellungen "geschrieben" wurden, so ähnlich wie ein Programmierer ein Programm für Videospiel programmiert. Er legt fest, was in dem Spiel geschehen soll und er legt fest, was nicht geschehen soll. Bloß das in meinem Unterbewusstsein kein Programmierer sitzt. Sondern das Unterbewusstsein ist ein automatisierter Programmierer, der "bewusst" gar nicht darüber nachdenkt was er macht. Das Unterbewusstsein verwaltet dann auch irgendwie die Programmierungen.
Die Programmierungen können sich zum Teil widersprechen. Dadurch können psychische Konflikte entstehen. Man fühlt sich hin und her gerissen und weiß nicht so recht was man mit seinem Leben anfangen soll.
In gewisser Weise wiederholt sich das auch wenn man merkt, dass man träumt. Man kann dann alles tun, was man will, aber wenn man was versucht, dann funktioniert es nicht. Im Klartraum kann man so viel versuchen wie man will. Aber oft kommt man noch nicht mal dazu, im Klartraum überhaupt irgendwas zu versuchen. Jedenfalls geht es mir so.
Damit komme ich auf den Ausgangspunkt zurück. Ich will im Klartraum oft nur das, von dem ich weiß, dass ich es auch tatsächlich tun kann. Und das ist ja nicht viel. Denn ich weiß ja aus Erfahrung, dass das UB nicht mitspielt, bei dem was vorhabe.