RE: Frage: Warum vegessen wir unsere Träume? Soll das vielleicht so sein?
01.04.2016, 01:17
(31.03.2016, 13:00)clearseven schrieb: @Imaginärteil: Dass Träume nur ein unwichtiges Nebenprodukt sind, glaube ich nicht, da die Unterdrückung von Traumphasen zu Krankheit, ja über längeren Zeitraum sogar zum Tode führen kann. Wir scheinen sie also dringend zu brauchen.
Arghhh, Clearseven: Traum =|= REM-Phase! Wir wissen nur, dass das Unterdrücken der REM-Phasen auf Dauer sehr ungesund wird. Ob es eine physiologische Auswirkung gibt, wenn ich per Schnipsen Träume "magisch" aus den REM-Phasen löse und sonst alles lasse, ist denke ich unbekannt.
Ich finde die These, dass Träume vielleicht nur Nebenprodukte sind, gar nicht so abwegig. Träume haben für mich starke Ähnlichkeiten mit Gedanken. Vielleicht ist ein Traum soetwas wie eine Interpretation (schließlich macht das Gehirn das andauernd) der Signale, die bei einem Ordnungsprozess oder Ähnlichem in der REM-Phase entstehen (und da in NREM-Phasen andere Prozesse ablaufen, wundert es mich dann nicht, dass NREM-Träume sich von REM-Träumen qualitativ unterscheiden sollen). Wobei das ganze natürlich nur auf spekulativer Basis steht.
(31.03.2016, 12:18)Mrs. Mortisaga schrieb: Kurz gesagt: Ich persönlich denke, dass man Träume vor allem deshalb vergisst, weil man starken psychischen Verdrängungsmechanismen ausgesetzt ist (die ja auch nicht per se 'schlecht' sind, sondern sogar sehr wichtig!).
Ich bin kein großer Freund von Freud

, ich persönlich finde die Idee eines "schizophrenen" Unterbewusstseins, das als eigenständige Persönlichkeit agiert, nicht überzeugend. Die Frage für mich wäre, wenn es in der Evolution ein sich klar durchsetzender Vorteil wäre, dass wir ein ein automatisches Verdrängungsprogramm haben, warum haben wir dann überhaupt Traumerinnerungen.
Ich würde eine abgewandelte Form von Rhetor favorisieren, um das Vergessen unserer Träume zu erklären, wobei auch wieder spekulativ:
Nimmt man an, dass alle Nutzen von REM-Phasen/Träume auch ohne unsere direkte/aktive Erinnerung auftreten*, dann gibt es evolutionär gesehen keinen Vorteil daran, dass wir uns an unsere Träume unbedingt erinnern. Allerdings wäre auch kein direkter Schaden dabei, sodass es keine aktiven Mechanismen dagegen gibt und wir uns prinzipiell (evt. mit Anstrengung) an Träume erinnern können.
* Also e.g. das Üben von Neuronen, die ein Bewegungsmuster schon gespeichert haben, wäre ein solcher potentieller Nutzen ohne Bedarf, dass ich mich am Tag daran erinneren muss. Ein Nutzen wie etwa, dass unser Unterbewusstsein mit uns stille Post spielt, wäre dann aber mit dieser Annahme ausgeschlossen
Gott sprach: "∇∙E = ϱ/ϵ_0, ∇xE = -∂_t (B) , ∇∙B = 0, ∇xB = µ_0 * j + ϵ_0 * µ_0 * ∂_t (E) " Und es ward Licht. Was lernen wir daraus: Selbst Gott kannte schon SI Einheiten ...